Homöopathie - was ist das?
- Herkunft des Wortes Homöopathie
- Begründer der Homöopathie
- Die zwei Gesetze der Homöopathie, das Verdünnungsgesetz und das Ähnlichkeitsgesetz
- Der quantitative Antagonismus – oder: Jeder Stoff wirkt in der Verdünnung genau entgegen gesetzt seiner Konzentration.
- Die Falle der Indifferenz
- Die Anamnese – Die Befragung des Patienten
- Hierarchisierung der Symptome
- Das Repertorium – ein Nachschlagewerk
- Die Herkunft der Arzneimittel
Herkunft des Wortes Homöopathie [nach oben]
Das Wort Homöopathie kommt aus dem Griechischen und heißt „homoion pathos“, was „ähnliche Krankheit“ bedeutet.
Die Begründer der Homöopathie[nach oben]
Dr. Samuel Hahnemann gilt landläufig als der Begründer der Homöopathie. Er hat die Homöopathie in die Form gebracht, so wie sie heute existiert und angewendet wird. Ich schreibe dennoch absichtlich „die Begründer“ und nicht „der Begründer“, denn die Homöopathie beruht auf Naturgesetzen und besteht aus diesem plausiblen Grund schon so lange es den Menschen gibt. Es sind aus diesem Grund hier noch mehr Namen zu nennen, weshalb ich dieses Kapitel auf die Warteliste setzen möchte. Schauen Sie hier bitte mal wieder vorbei!
Die zwei Gesetze der Homöopathie [nach oben]
- Das Ähnlichkeitsgesetz und
- Das Verdünnungsgesetz.
Die Regel der Homöopathie heißt:
Similia similibus curentur - Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden.
Der quantitative Antagonismus [nach oben]
Jeder Stoff wirkt verdünnt genau umgekehrt als in konzentrierter Form
Wir leben in der Welt der Polarität. Das heißt, alle Dinge haben zwei Seiten. Dieses Gesetz ist ein ganz wesentliches für die Homöopathie. Jeder Stoff, egal, ob das nun Kaffee, Zigaretten, Rhabarber, Opium, Zimt oder sonst was ist, hat in seiner Wirkungsweise zwei Seiten, je nachdem in welcher Menge er konsumiert wird. Das Phänomenale daran ist, dass ein Stoff in verdünnter Menge genau das Gegenteil von dem bewirkt, was eine große Menge davon auslöst. Als Beispiel möchte ich Aspirin anführen. Ein Pharmazieprofessor, Dr. Doutremepuich, an der Uni Bordeaux, hat in Versuchen bewiesen, dass eine Aspirin nach ca. zwei Wochen seine Wirkung umgekehrt und eine Aspirin nicht mehr Blut verdünnend wirkt, sondern genau umgekehrt und die Gefahr einer Thrombose damit steigt. Jede Tasse Kaffee wirkt zunächst anregend, um dann nach einiger Zeit, wenn der Körper den Kaffee verdünnt hat, ins Gegenteil zu wirken und müde macht. Deshalb gibt man in der Homöopathie manchmal bei Schlaflosigkeit „Coffea“, potenzierten Kaffee. Das ganze Suchtprinzip und auch der Hunger und das Essen sind nichts anderes, als Zustände zwischen lähmender, müde machend Wirkung durch eine Stoffkonzentration und der nachfolgenden Anregung bis hin zu Aggression durch die Verdünnungsmechanismen des Körpers. Je größer die Menge, die Masse, eines Stoffes ist, umso mehr hat ein Stoff aber auch Giftwirkung und wirkt ab einer bestimmten Menge sogar tödlich. Aus diesem Grund gibt es viele „Grenzwerte“, egal ob das Inhaltsstoffe in Lebens- oder Genussmittel sind, oder Schadstoffe in der Luft oder im Wasser. Jeder Mensch hat jedoch seinen ihm eigenen Grenzwert, ab wann ein Stoff als Gift wirkt, je nachdem, ob man Frau, Mann, Kind oder z. B. an einen Stoff „gewöhnt“ ist. Eine Vergiftung tritt also immer dann ein, wenn der ganz persönliche Grenzwert überschritten wird. Deshalb kann auch lange etwas augenscheinlich gut gehen, bis eines Tages das Fass voll ist und mit dem Überschreiten der Indifferenzlinie Giftwirkung eintritt. Logischerweise muss also die Heilwirkung in die andere Richtung gehen – nämlich umso kleiner die Menge eines Stoffes ist.
Die Falle der Indifferenz [nach oben]
Hier gibt es eine große Falle beim Denken: Die Falle heißt – Indifferenz. Das ist die Menge, in der ein verabreichter Stoff, chemisch gesehen, keinerlei Wirkung mehr zeigt, weder positiv noch negativ. Anders gesagt: Wenn Sie eine bestimmte Menge eines giftigen Stoffes haben und verdünnen diese, dann werden Sie irgendwann eine Verdünnung haben, in der Ihr Stoff keinerlei Wirkung mehr zeigt. Das ist fast so als würden Sie Ihren Arm in einen Eimer Wasser halten, in dem das Wasser exakt die Temperatur Ihres Körpers hat. Jetzt können Sie nicht mehr sagen, ob das Wasser kalt oder heiß ist.
Die Anamnese – Die Befragung des Patienten [nach oben]
Es ist in der Homöopathie von großer Wichtigkeit sich ein Gesamtbild über den Patienten zu machen, deshalb stelle ich in der Praxis ca. zwei Stunden lang viele Fragen und schreibe mir fast alles wortwörtlich auf, was der Patient antwortet. Man nennt dies „eine Anamnese machen.“ Einen Homöopathen interessiert alles, von den körperlichen Beschwerden bis über alltägliche Kleinigkeiten, alle Probleme die jemand hat, Ängste, was jemand gerne macht, was der Patient gerne isst, wie der Patient ist, wenn er wütend ist, was ihn zum Weinen bringt, ob er ein hitziger, oder ein verfrorener Typ ist und vieles mehr.
Der Patient braucht im Prinzip nichts weiter zu tun, als alles wahrheitsgetreu zu erzählen.
Am Schluss der Anamnese hat der Homöopath einen „kleinen Einblick“ in die Persönlichkeit gewonnen. Es ist wirklich nur ein kleiner Einblick, der aber ausreicht, um auf ein Bild „des Ganzen“ zu schließen. Vielleicht so, als würde man von einem Foto einer Sonnenblume nur ein kleines Puzzleteilchen sehen und anhand des kleinen Teilchens trotzdem erkennen können, dass „das Ganze“ eine Sonnenblume ist, oder wie man nur ein paar Takte eines bekannten Liedes zu hören braucht, um den Namen des Liedes zu wissen. Eine bestimmte Kombination von Symptomen lassen deshalb auf ein ganz bestimmtes Arzneimittel schließen, auch wenn man mit der Anamnese vielleicht „nur den Stiel der Sonnenblume“ gesehen hat. Um anhand von einigen Symptomen ein Arzneimittel finden zu können braucht es die Technik der Hierarchisierung und der Repertorisation.
Hierarchisierung der Symptome [nach oben]
Alle Symptome, welche der Homöopath aufgeschrieben hat, werden nach der Anamnese systematisch nach Ihrer Wichtigkeit geordnet, man nennt dies im Homöopathenjargon „hierarchisieren“. Der Körper verfügt über eine ausgezeichnete Sprache sich verständlich zu machen. Alleine ob ein Schmerz z. B. brennend, pochend, stechend usw. empfunden wird ist von großer Wichtigkeit. Man schaut, welche Ebene die am meisten betroffene ist, die körperliche, seelische oder geistige Ebene. Ein Angstgefühl wird z. B. mehr Gewicht bekommen, als ein furchtbar juckender Hautausschlag. Das ausschließliche Verlangen nach trockenem Brot hat genau so viel Gewicht, als das Ausreißen von Haaren. Das heißt, es ist nicht egal, welche Symptome man zur Mittelfindung verwendet, da viele Symptome eine „normale“ Erklärung finden, sei es ein überheiztes Schlafzimmer, geschlossene Fenster, falsche Kleidung, Diätfehler und sind schon dadurch zu beheben, dass öfter die frische Luft aufgesucht wird. Die größte Kunst in der homöopathischen Behandlung ist das Auswählen der Symptome! Hier liegt auch die größte Gefahrenquelle etwas falsch zu machen. Wie ich oft in homöopathischen Live-Anamnesen erleben konnte sah jeder Homöopath das Problem woanders. Diese sehr frustrierende Erkenntnis veranlasste mich vor einigen Jahren die NLP-Ausbildung an der „Synapse“ in Stuttgart zu machen, einem Institut für Kunst und Technik menschlicher Kommunikation. Es ist tatsächlich eine Kunst sich auf die Welt eines anderen Menschen einzulassen und dies wird in der Homöopathie gefordert. Daran hinken auch wissenschaftliche Studien, ganz nebenbei bemerkt. Denn man kann weder die Patienten, noch die Therapeuten über einen Kamm scheren.
Das Repertorium – ein Nachschlagewerk [nach oben]
Das wichtigste Buch für den Homöopathen ist für den nächsten Schritt das so genannte Repertorium, ein Nachschlagewerk. In diesem Buch sind – seit es die Homöopathie gibt – alle Symptome verzeichnet, welche ein Stoff auslösen kann. Das Suchen des passenden Arzneimittels erfolgt im Nachschlagen aller hierarchisierten Symptome in diesem Buch und das Vergleichen aller gefundenen Rubriken, ob sich darin gleiche Mittel finden. Diesen Vorgang nennen die Homöopathen repertorisieren. Wenn ein Patient z. B. über häufiges Aufstoßen mit Beklemmung klagt, über brennende Magenschmerzen ausschließlich im Stehen und über das seltsame Symptom Kopfschmerzen nur beim Niesen und dies auch tatsächlich seine Hauptanliegen wären, dann wäre sein Mittel mit großer Wahrscheinlichkeit „Sulfur“, Schwefel. Natürlich wird man noch schauen, ob der Rest der Beschwerden auch dazu passt und bei entsprechenden Symptomen eine abklärende schulmedizinische Diagnostik veranlassen. Die drei Beispiele dienen lediglich der Erklärung des Prinzips. Ich übernehme keinerlei Verantwortung, wenn jemand aus freien Stücken ein Mittel „ausprobiert“, das er hier aufgeführt sieht. Zu kritisieren habe ich am Repertorium das Durcheinander der aufgelisteten Symptome, welche nicht getrennt sind nach Arzneimittelprüfungssymptomen und Vergiftungssymptomen. Dies ist für eine Verschreibung aber ganz erheblich wichtig. Vielleicht erbarmt sich eines Tages ein Homöopath und sortiert das Ganze mal. Es wäre schließlich mehr als unlogisch, wenn nach Verabreichung von Arsen in einer giftigen Dosis und nach Verabreichung des potenzierten Arsens genau das Gleiche passieren würde. So sieht aber leider das Repertorium aus. Das muss einmal gesagt werden. Die Prüfungssymptome beschränken sich vorwiegend auf Gefühle. „Ein Gefühl als ob...“ Alle handfesten körperlichen Symptome beziehen sich vorwiegend auf Vergiftungen. Nicht vergessen darf man, dass Leute, welche homöopathische Mittel prüfen, zwar als gesund gelten, aber dass keiner so genau über abgelagerte Giftstoffe in seinem Körper bescheid weiß. Kurzum: Auch hier kann deshalb eine als „Arzneimittelprüfung“ angesehene Reaktion eine Entgiftung darstellen, welche durch das eingenommene homöopathische Mittel ausgelöst wurde.
Herkunft der Arzneimittel [nach oben]
Die Arzneimittel kommen aus dem Pflanzen-, Tier- und Mineralreich. Außerdem gibt es die so genannten Nosoden, welche aus Krankheitsprodukten hergestellt werden, wie z. B. Tuberkulinum oder Medorrhinum u. v. a. Aus einleuchtenden Gründen des quantitativen Antagonismus gibt es mittlerweile auch homöopathische Verdünnungen allerhand schulmedizinischer Medikamente, um deren negative Auswirkungen aufzuheben.
(www.homeda.de)