Biografie - Prof. Dr. med. Gustav Eberhard Jaeger

  • Gustav Jaeger wurde am 23. Juni 1832 im Pfarrhaus zu Bürg am Kocher, in der Nähe von Heilbronn geboren.
Jaeger-GeburtshausJaeger-Geburtshaus-heute
Foto links: Pfarrhaus zu Bürg und Geburtshaus Jaegers..
Foto rechts: Das 1909 an dieser Stelle erbaute Rathaus.

Sein Vater:
Pfarrer Carl Friedrich Jaeger, geb. 22.8.1794 – gest. 28.11.1842

Seine Mutter:
Wilhelmine Ulrike Stang, geb. 22.7.1795 – 25.11.1881

Seine Geschwister:
1. Sophie Ulrike (1821 – 1859)
2. Emma Karoline ( 1824 – 1907)
3. Carl Friedrich (3.9.1824 – 29.8.1903)
4. Wilhelm Friedrich (1827 – 1874)
5. Otto Heinrich (10.06.1828 – 17.07.1912)

Seine erste Frau, Selma Krais, heiratete er am 20.12.1860 in Sondelfingen.
(Ur-Ur-Großmutter von Selma Gienger)
* 11.12.1835 in Talheim OA Heilbronn
† 05.02.1907 in Stuttgart

Eltern: Friedrich Julius Krais, Pfarrer in Talheim und Emilie Klara, geb. Hopf

Jaeger-SelmaJaeger-Selma-Hut
Selma Johanna Krais (li. Ölgemälde)

Sie hatten gemeinsam 4 Söhne und 5 Töchter:

  • Max Julius Jaeger, geb. 1861 in Wien, er wurde Arzt und heiratete Luise Josenhans
  • Theodora Johanna Jaeger, geb. 1862, sie heiratete einen Pfarrer, Robert Seuffer (Urgroßeltern von Selma Gienger)
  • Sophie Elisabeth Jaeger, geb. 1864, sie heiratete einen Arzt, Dr. med. Eugen Kröner
  • Emma Gisela Jaeger, geb. 1865 – gest. 1870, (5 1/2 jährig gestorben)
  • Franz Jaeger, geb. 1867, er wurde Arzt und heiratete Sophie von Schirnding
  • Carl Friedrich Jaeger, geb. 1868 – gest. 1868 (4-wöchig gestorben)
  • Julie Amalie Jaeger, geb. 1869 – gest. 1870, (1/2 jährig gestorben)
  • Clara Emma Jaeger, geb. 1870, sie heiratete den Rektor Victor Sauer
  • Gustav Julius Jaeger, geb. 1873, er wurde Arzt und heiratete Dora Sautter

Seine zweite Frau, Helene Müller, heiratete er am 16.07.1908 in Murrhardt.

Jaeger-Hochzeit
Hochzeit von Helene Müller
und Gustav Jaeger

Hochzeit mit Helene Müller am 16.07.1908 in Murrhardt, geb. 1864 - gest. 25.02.1942

Eigentlich wünschten sich die Eltern, dass Gustav die theologische Ausbildung machen würde, deshalb besuchte Gustav zunächst die Lateinschule in Neuenstadt. Durch die Versetzung seines Vaters nach Münchingen, im Oberamt Leonberg, wechselte Gustav am 9. Mai 1842 in die Erziehungs- und Unterrichtsanstalt für Knaben nach Korntal.

Gustav war gerade 10 Jahre alt, als das Schicksal grausam zuschlug und der frühe Tod des Vaters, am 28.11.1842, die Mutter mit sechs Kindern alleine zurück ließ. Dies brachte die Familie in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Die Mutter drängte Gustav deshalb das Landexamen ein Jahr früher abzulegen, um die Aufnahme ins niedere evangelische Predigerseminar in Urach zu beschleunigen. Im Herbst 1846 bestand Gustav die Aufnahmeprüfung für das Seminar in Urach.

Jaeger-Helene+Gustav
Helene und Gustav Jaeger

Gustav hatte aber insgeheim schon etwas anderes beschlossen und wollte auf keinen Fall Pfarrer werden. Den naturwissenschaftlichen Teil der Uracher Theologieausbildung absolvierte er mühelos und ihm wurde sogar der naturwissenschaftlich-mathematische Unterricht übertragen.

Eine gewollte schlechte Note in „Hebräisch“ verhinderte jedoch die Aufnahme im Tübinger Stift, dafür aber waren die Tore geöffnet auf eigene Kosten in der Stadt zu studieren. Sein großes Interesse galt den Tieren und den Naturwissenschaften und schon bald entstand der Wunsch eine Laufbahn als Naturforscher und Zoologe anzustreben.

  • Winter 1850/1852: Ordnen der Insektensammlung des Königlichen Naturalienkabinetts in Stuttgart.
  • 22.11.1851 – Immatrikulation in Tübingen für die Fächer Medizin und Chirurgie.
  • 16. – 19. April 1856 absolvierte er 16 schriftliche Examensarbeiten
  • 21. – 23. April mündliche Prüfung in „Innerer Heilkunde“ und „Höhere Wundarzneikunde.
  • Ab 1856 Hofmeister (Privatlehrer) in Wien; daneben Privatdozent der Zoologie und der vergleichenden Anatomie.
  • 1856 Aufgabe der ärztlichen Laufbahn zugunsten einer akademischen, weshalb er als Arzt nicht praktizieren durfte.
  • Promoviert am 20. November 1857 bei Luschka in Tübingen mit einer Dissertation über „Das Os Humeroscapulare der Vögel“.
  • Mitbegründer und fachmännischer Leiter des Wiener Tiergartens am Prater. Bau eines der ersten Seewasseraquarien Europas. Das Konzept der Anlage, Tiere in ihrem natürlichen Umfeld darzustellen, fand über die Grenzen Österreichs hinaus großen Beifall, dass später Ernst von Merck, der Gründer des Hamburger Tiergartens, Jaeger eine Stellung als Direktor und Bauleiteranbot, welche Jaeger aberablehnte.
  • März1866 Rückkehr nach Stuttgart.
  • 1867 – 1884 Lehrauftrag an der forstwirtschaftlichen Akademie zu Hohenheim und am Königlichen Polytechnikum Stuttgart. Er unterrichtete Zoologie und andere Fächer.
  • 1871 Mitbeteiligung an der Gründung des kleinen Tiergartens „Nill“ in Stuttgart. Als Hauptattraktion galt ein ausgestopfter Mammut von achtzehn Fuß Höhe.
  • Ab 1876 – 1881 auch Lehrer an der Königlichen Tierarzneischule für Physiologie, Histologie, und mikroskopisches Praktikum.
  • 1870 Verleihung des Professorentitels als Anerkennung für den „großen Eifer und Fleiß“ an den Stuttgarter Schulen.
  • 6. Januar 1874: Urkunde für die Erlaubnis zum ärztlichen Praktizieren durch Nachreichung entsprechender wissenschaftlicher Werke an die medizinische Fakultät in Tübingen.
  • August 1875: Ernennung zum Hauptlehrer für Zoologie und Anthropologie an der polytechnischen Schule in Stuttgart.
  • 1866 bis 1876: Mehrere Aufsätze sozialdarwinistischen und biologistischen Inhalts sowie einiger Publikationen zur Entstehung der Kontinente und der geografischen Verteilung der Lebewesen. (Siehe auch „Seine Werke“)
  • Daraufhin 10 Jahre im Lehramt.
  • Ab 1872: Aufsätze zur Gesundheitspflege und Gesundheitswiederherstellung. Er propagierte die Verwendung von Wollbetten anstelle Federbetten, das Schlafen bei offenem Fenster und die Anwendung von Schwitzbädern zur Hebung der Hauttätigkeit. Konzipierung des Wollregimes und Entdeckung, dass Wolle nicht nur eine schützende, sondern auch eine heilende Wirkung hat durch ihre Eigenschaft den Eigenduft (Selbstarznei) zu speichern, welcher beim Tragen inhaliert wird.
  • 15. März 1877: Wissenschaftlicher Redakteur bei der Zeitschrift „Kosmos“. Erscheinen der ersten Ausgabe des „Kosmos“
  • Juni 1878: Jaeger teilte mit, dass er die Rolle entdeckt hat, welche Duftstoffe im Körper ihres Erzeugers spielen, ehe sie den Körper in der Ausdünstung verlassen. Da das Wort Seele in ihrem Ursprung aus dem Sanskrit stammt und dort schuschma = Ichduft bedeutet nannte er sein Hauptwerk „Die Entdeckung der Seele“. In Analogie zum Geschlechtstrieb sah Jaeger die Befruchtung als einen durch die „aura seminalis und aura ovulalis“ (den Geruch der Spermien und den Geruch der Eizellen) gesteuerten Vorgang. (Dies konnte im Frühjahr an der Ruhr Uni Bochum durch die Forschergruppe um Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt bestätigt werden.) Jaeger fand, dass der Mensch auch mit der gesamten Hautoberfläche riechen kann.
  • Mai 1879: Ziffermäßiger Nachweis seiner Behauptungen anhand des Hipp’schen Chronoskops.
  • 30. Oktober 1879: Konzessionsverträge mit der Firma „Benger Söhne“ in Stuttgart zur alleinigen Anfertigung und Verkauf im Deutschen Reich und dem Ausland von reinwollenen Tricot- und Flanellstoffen für Damen-, Herren- und Kinderunterkleider.
  • 1880: Als Gegner der Homöopathie fand er anhand seiner Untersuchungsmethode zur Sichtbarmachung der Wirkung von Duftstoffen, der Neuralanalyse, die Wirkung der homöopathischen Verdünnungen bestätigt. Aus dem Saulus wurde ein Paulus.
  • Seit Ende 1882: Zahlreiche Versuche mit den Anthropinen. „Der Haar- und Hautduft sympathisch empfundener Personen ist eine wirkliche, oft überraschend schnell wirkende Arznei!
  • 10.12.1883: Eintrag ins Handelsregister von „Dr. Jägers Sanitary Woollen System Compagny London, 42 & 43 fore Street London E.C.“
  • 14. Januar 1885: Umfangreiches Vertragswerk zur Firmengründung in New York.
  • 14. Oktober 1884: Jaegers Schwiegersohn Robert Seuffer (Ur-Großvater von Selma Gienger) wird Stellvertreter und Mitarbeiter in der Firma. Er übernahm die Redaktion des Monatsblattes und kümmerte sich um die rechtliche Ausgestaltung der Geschäftsverträge. Wichtigster Mitbegründer des Geschäftes.
  • 5. Dezember 1885: Vertrag mit Virgil Mayer, Besitzer der homöopathischen Zentralapotheke in Cannstatt, über Bereitung und Vertrieb der Anthropinkügelchen. Zu diesem Zeitpunkt existierten 8 Anthropinsorten.
  • Vielseitige Forschertätigkeit und zahlreiche Bücher und Schriften. (Siehe „Seine Werke”)
  • Einmalige Käfersammlung, welche nach seinem Tod ins Naturalienkabinett Stuttgart ging.
  • Februar 1907: Tod seiner Frau Selma Johanna im Alter von 71 Jahren.
  • 3. März 1910: Tod seines Schwiegersohnes Robert Seuffer, welcher sich im Gartenhäuschen seiner Stuttgarter Villa das Leben nahm.
  • Januar 1911: Tod seiner Tochter Theodora Johanna, der Witwe Robert Seuffers, ein knappes Jahr nach dem Tod ihres geliebten Mannes.
  • 1912: 80. Geburtstag. Zum Ehrenbürger ernannt in Murrhardt.
  • Der Heldentod mehrerer Enkel im ersten Weltkrieg brachte weiteres schweres Leid über die Familie. Ein schleichendes Augenübel trübte sein klares Auge und sein Sohn Max Julius dokumentierte: „Da hat auch sein unverwüstlicher Optimismus ihn verlassen.“
  • Der Krieg vernichtete sein gesamtes Lebenswerk und ging an die Engländer verloren. www.jaeger.co.uk
  • Noch einmal sammelte er seine Kräfte und diktierte seiner zweiten Frau, Helene Müller, seine Lebenserinnerungen in der Zeit vom Herbst 1916 bis zum 28. April 1917.
  • 13. Mai 1917, 13.00 h: Gustav Jaeger wurde tot aufgefunden. Er stürzte vom hohen Balkon seiner Stuttgarter Villa in ein Blumenbeet. Ob aus Versehen oder mit Absicht wird ewig ein Rätsel bleiben. Die Familienüberlieferung berichtet von Freitod. Auf den Fotos sehen Sie das Anwesen in Stuttgart und seine Sommervilla in Murrhardt/Karnsberg
  •  

Anwesen in Stuttgart und Murrhardt/Karnsberg

Jaeger-Anwesen Stuttgart
Anwesen in Stuttgart. Die Villa wurde von
seiner Tochter Theodora und seinem
Schwiegersohn Robert Seuffer bewohnt
Jaeger-Jaegerhof
Sommervilla in Murrhardt
Karnsberg die auch heute
noch steht.